Depressive
Störungen
·
akute depressive Störungen, die in einer belastenden Lebenssituation
auftret · sich schon lange hinziehende bzw. immer wieder auftretende depressive Störungen. Übersicht: Was sind depressive
Störungen?
Was sind
Depressive Störungen?
Unter
depressive Störungen wird allgemein eine niedergedrückte, traurige Stimmung verstanden. Die Fähigkeit
traurig zu werden, ist jedoch eine Reaktionsmöglichkeit der Seele,
um Lebensveränderungen zu
verarbeiten. Es gibt viele Erfahrungen, die uns traurig werden lassen, so z.B.
der Verlust von Freunden oder vertrauten Menschen, aber auch einer vertrauten Umgebung. Auch Veränderungen der Lebenssituation, die
mit Verlust einer wichtigen Person, einer Funktion oder gar der eigenen
Gesundheit das Gleichgewicht erschüttern, können große Traurigkeit
(depressive Störungen) auslösen. Diese Traurigkeit vergeht meist nach einiger Zeit wieder
„die Zeit heilt Wunden“, bei manchen
Menschen verstärken sich jedoch die Symptome zu depressiven Störungen und sie
finden alleine den Weg nicht mehr
heraus, vielmehr drohen depressive
Störungen zu chronifizieren mit den
charakteristischen Zeichen: Es kommt zu Antriebslosigkeit, die Betroffenen müssen sich zu allem aufraffen, nichts macht mehr Freude, die Konzentration leidet, sie sind zerstreut, die Genussfähigkeit erlischt, das Essen schmeckt nicht mehr, der Schlaf ist schlecht, sogar die Musik bringt nicht mehr in Schwung. Menschen, die häufiger an depressiven Phasen leiden, berichten hinterher oft davon, dass ihre Lebensenergie dann wie blockiert sei, entweder so tief blockiert, dass sie sie überhaupt nicht mehr spüren oder sie verspüren noch, wie Impulse entstehen, diese aber, da sie sofort blockiert werden, nicht mehr in Handlungen umsetzen können. Auch der Kontakt zu Freunden oder der Familie bedeutet nur noch Anstrengung. Die Betroffenen fühlen sich schnell erschöpfbar, kraftlos, schwer und leer, sehen alles „grau in grau“, die Gedanken sind durchweg negativ. Da sie sich nutzlos und wertlos vorkommen, ziehen sie sich schließlich von der Familie und von Freunden zurück. Es macht sich ein Gefühl von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung breit, bei manchen an depressiven Störungen erkrankten Menschen beziehen sich die durchweg pessimistischen Gedanken auf die Zukunft, andere wiederum bleiben in einem Kreislauf des Grübelns über die Vergangenheit verhaftet, der ebenso von durchwegs negativen Gedanken durchzogen ist. Dieser depressive Rückzug (depressive Störungen) ist gleichzeitig von schweren Schuldgefühlen begleitet.
Häufig
zeigen sich depressive Störungen hauptsächlich in körperlichen
Beschwerden bis hin zu quälenden
Schmerzzuständen,
so dass diese im Vordergrund stehen und die Betroffenen zunächst den Arzt
aufsuchen müssen, um diese abzuklären.
Obwohl keine organische Ursache gefunden wird, dauert es oft lange, bis die
Diagnose der larvierten depressiven Störungen, das bedeutet hinter den körperlichen
Beschwerden verdeckte depressive Störungen, gestellt
wird. Meistens geht dieser Prozess langsam
und schleichend vor sich. Häufig wird die Umwelt zuerst aufmerksam, die
Familie, Freunde oder die Arbeitskollegen
sind besorgt über die Veränderung, über den Rückzug und die Kontaktverarmung des
an depressiven Störungen erkrankten Angehörigen. Aber diese Besorgnis erreicht
die Betroffenen nicht wirklich, für sie ist
alles sinnlos geworden und sie denken nicht selten,
dass ihre Umgebung ohne sie besser
und leichter leben würde. So dass in der Depression (depressiven Krise) auch
Gedanken an „nicht mehr da sein
wollen“, an Suizid auftreten können. Woher kommen depressive
Störungen?
Die
Betroffenen verstehen es meist nicht, haben keine Erklärung hierfür. Auch die
Umgebung forscht nach den Ursachen der depressiven Störungen, die jedoch meist nicht so
schwerwiegend zu sein scheinen, dass sie diese Reaktion oder die lange Dauer der
depressiven Störungen erklären. Denn unter den aktuellen
Auslösern der depressiven Störungen - wie z.B. der Verlust einer nahen Bezugsperson
durch Scheidung, Trennung, Tod, aber auch Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder
Arbeitsplatzverlust, Verlust einer vertrauten Umgebung durch Umzug - liegen häufig
ganz frühe und deshalb besonders tiefgreifende Erfahrungen
von Verlust im Kindesalter.
Hier
können der frühe Verlust von
Mutter oder Vater durch Trennung oder Tod, die die so notwendige
Geborgenheit und Sicherheit des Familienbandes jäh unterbrechen, tiefe Wunden
in der sensiblen Entwicklungsphase der
frühen Kindheit
reißen. Auch Unterbringung in Heimen oder
Pflegefamilien oder viele Wechsel der frühen Bezugspersonen können, wenn diese
nicht gelingen, lebenslange Spuren
hinterlassen. Ebenso tiefgreifende Folgen in Form depressiver Störungen haben
harte Versagungen in der Kindheit, die sogenannte „strenge
Erziehung“, die wichtige kindliche Impulse unter harter Strafandrohung hemmt.
Wenn
es wenig Geborgenheit
und Anerkennung gab, wenn Kindheit unter dem Druck von Angst, hohem
Leistungsanspruch und Anpassung stand, dann kann sich das nicht ausbilden, was
dem Erwachsenen später die Kraft für schwierige Situationen gibt:
ein
gesundes und kräftiges Selbstbewusstsein, das über ausreichendes Zutrauen
in sich und andere verfügt, mit der Fähigkeit, sich dort, wo es notwendig ist,
abzugrenzen, aber sich auch anzupassen, um all die anstehenden Krisen in einem Erwachsenenleben zu meistern.
Diese
frühen Erfahrungen sind sozusagen über die Zeit hinweg abgekapselt worden, die
„heilende“ Zeit hat vieles „verwischt“, das Leben ging weiter. Viele
Betroffene haben in der Zwischenzeit gut
„funktioniert“. So neigen häufig
Menschen zu depressiven Störungen, die ihr Leben bisher gut gemeistert, die sich
sogar besonders angestrengt haben, um sich trotz dieser frühen Verluste und
Hemmnisse durch erschwerte Bedingungen durchzukämpfen. Gerade bei ihnen,
die vielleicht aufgrund ihrer
ganz besonderen Erfahrung außerordentlich
leistungsstark sind, taucht plötzlich – bei einer Partnertrennung,
wenn die Kinder aus dem Haus gehen oder
der Arbeitsplatz verloren geht – dieses tiefe Gefühl der Nutz- und Sinnlosigkeit wieder auf. Erst
durch diese aktuelle Trennung oder auch
eine Folge von „Trennungen“ brechen
die alten Wunden wieder auf, und aus einer möglicherweise vorübergehenden
Traurigkeit werden depressive Störungen, Diagnostik und Therapie gegen
depressive Störungen:
Wenn der Zustand depressive Störungen noch nicht zu weit fortgeschritten ist, ist die
ambulante Psychotherapie das Mittel der Wahl, gegebenenfalls mit medikamentöser
Unterstützung. Wenn ambulante therapeutische Maßnahmen sowie eine
antidepressive Medikation nicht ausreichen oder die depressiven Störungen bereits zu chronifizieren droht, dann ist das umfassende
therapeutische Angebot einer psychosomatischen
Fachklinik Hier kommt der Herausnahme aus dem beruflichen und häuslichen Umfeld eine besondere Bedeutung zu, da häufig die soziale Umgebung eine starke Beteiligung an der Symptomatik hat. Die durch die Klinikaufnahme bewirkte momentane Entlastung schafft eine notwendige Distanz, aus der es oft leichter möglich ist, die häuslichen Schwierigkeiten zu reflektieren. Eine psychosomatische Klinik bietet darüber hinaus den Rahmen einer therapeutischen Gemeinschaft, in dem Begegnungen und Auseinandersetzungen erleichtert möglich sind. Andererseits bietet sie durch verabredete Regeln und die Hausordnung ausreichend Struktur, um dem an einer depressive Störungen erkrankten Patienten zu Beginn der Behandlung den notwendigen Halt zu geben.
Ein
vielfältiges Therapieprogramm sowie intensive ganzheitliche Behandlungsansätze
helfen verschüttete Gesundheitsressourcen wieder freizulegen und die inneren
Kraftquellen für einen gesünderen Neuanfang zu aktivieren. Behandlung depressiver
Störungen in der Abteilung Psychotherapie und Psychosomatik
In unserer ganzheitlichen
psychosomatischen Behandlung depressive
Störungen
von 4 – 6 Wochen Dauer, die wir in der
ABTEILUNG
PSYCHOTHERAPIE UND PSYCHOTHERAPIE DER HARDTWALDKLINIK I durchführen,
Die Behandlung
depressive Störungen gliedert sich in
3 Abschnitte:
Depressive Störungen - Einstiegsphase
In dieser Phase steht am Anfang der
Behandlung depressive Störungen die ausführliche
Diagnostik, die in den ersten Tagen erfolgt. Nach einer gründlichen
Anamneseerhebung und einer eingehenden klinischen Untersuchung unter
Einbeziehung medizinischer Vorbefunde wird
- ausgerichtet auf die persönlichen Bedürfnisse und
unter Berücksichtigung der Therapieziele - ein individueller
Therapieplan erstellt. Bei Bedarf wird auch eine ausführliche
testpsychologische Untersuchung durchgeführt.
Sowohl
bereits bei Beginn der Behandlung
Durch
diese umfangreiche Anfangsdiagnostik, die im Sinne einer beginnenden Therapie
die zu bearbeitenden Problembereiche ins Bewusstsein rückt, findet eine
optimale Fokussierung auf die zu bearbeitenden Problembereiche statt. Daneben
finden aber auch die gesunden Anteile der Persönlichkeit ein besonderes
Augenmerk, da unsere ganzheitlich orientierte Therapie nicht nur auf die kranken
Anteile der Persönlichkeit orientiert ist, sondern in besonderem Maße
auf die Bewältigungsstrategien und
gesunden Anteile der Patienten abzielt. Depressive Störungen - Behandlungsphase
Im
Mittelpunkt der Behandlung
Von
grundlegender Bedeutung und abhängig vom Schweregrad der depressiven Störungen ist deshalb
die Bearbeitung des biografischen Hintergrundes. Woher beziehen diese
depressiven Haltungen ihre Wurzeln? Dies ist
wichtig für den Betroffenen, um sich besser verstehen und akzeptieren zu lernen.
Auf
der anderen Seite wird hiervon abhängen,
ob es in der weiteren Arbeit um therapeutische Unterstützung bei der
Herausarbeitung der gehemmten aktiven Impulse geht oder ob im Hintergrund
eine defizitäre Entwicklung mit einer traumatischen Erfahrung steht, die einer
besonders behutsamen, nährenden und
unterstützenden therapeutischen Begleitung bedarf.
In
diesem Fall findet keine biographische Therapiearbeit statt, vielmehr steht
hierfür auf unserer Abteilung ein
spezielles, stark ressourcenorientiertes Setting
zur Verfügung, in dem vorwiegend stabilisierend
unter Einbeziehung von psychoimaginativen Techniken, Bewegungs- und Körpertherapie
und Entspannungsverfahren mit moderatem körperlichen Ausdauertraining
gearbeitet wird.
Unterstützt
und begleitet wird unsere Arbeit durch kreativtherapeutische
Zugänge: durch kreative Medien, die anregen zu kreativem Schreiben, zum Malen,
durch Musiktherapie, die den Kontakt zu den eigenen Gefühlen wieder ermöglicht,
und durch Bewegungstherapie, die Zugang zum eigenen
Körperausdruck fördert. Diese kreativen Therapien helfen, an bereits
bekannte Ressourcen anzuknüpfen oder neue zu erschließen und
tragen dazu bei, Aktivitäten ganzkörperlich
zu spüren.
Ein
weiterer wichtiger Ansatz in der Behandlung der depressiven Störungen ist
die direkte körperliche Aktivierung. Allgemein
bekannt ist, dass durch Jogging/Walking ebenso gute Effekte wie durch
Psychopharmaka erreicht werden können, dies wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen nachgewiesen.
In unserer
Abteilung stehen verschiedene
sportliche Angebote zur Verfügung. Mit mehr leiblicher Wahrnehmung und dem Gefühl
von mehr körperlicher Kraft hebt sich auch das allgemeine Energieniveau.
Unser
Gruppenkonzept kombinieren wir seit Jahren mit Erfolg mit speziellen Angeboten
wie Männergruppe, Frauengruppe, Gruppe für Arbeitsplatzstörungen (Mobbing,
Burnout u.a.). In diesen Indikationsgruppen werden im Rahmen der
Behandlung Depressive Störungen -
Abschlussphase Im Zentrum dieser Phase der stationären Psychotherapie steht die Orientierung auf die häusliche Realität im Vordergrund. Hier geht es zum einen um Zukunftsperspektiven, zum anderen aber um reale sozialmedizinische und sozialpädagogische Beratung in Bezug auf weitere ambulante Behandlungsmöglichkeiten sowie auch bei Bedarf um berufliche Rehabilitationsberatung. Diese Phase schließt mit einer Abschlussdiagnostik ab. Verbunden ist damit eine Abschlussuntersuchung mit sowohl einer psychischen als auch einer körperlichen Befundung. Sie schließt ab mit der Herauslösung aus dem therapeutischen Kontakt über Abschlussrunden in der Gruppentherapie, Abschlussgespräche mit den Therapeuten sowie einer speziell konzipierten Abschlusssitzung mit der Abteilungsleitung. Haben Sie Interesse an weiteren Einzelheiten? Besuchen Sie doch unsere Homepage unter Integrative Gestalttherapie/Traumatherapie oder rufen Sie uns an. Unser Sekretariat gibt Ihnen unter den Nummern 05626 - 88 17 57 bzw. 88 18 65 gerne Auskunft.
B. Landgrebe
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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